Peter Witzani

Nie nein gesagt!

Seit Ende der siebziger Jahre gehört Peter Witzani dem Roten Kreuz im Landkreis an. Er übernahm vielfach Verantwortung und brachte entscheidende Entwicklungen auf den Weg. 

Es war zunächst die Technik, die Peter Witzani mit dem Roten Kreuz in Verbindung brachte. Er war als junger Mann CB-Funker und erfuhr, dass das DRK im Landkreis eine Fernmeldegruppe aufbauen wollte. Er wollte also zunächst gar nicht so sehr sich ganz praktisch um die Rettung von Menschen kümmern. Und hat dies dann doch viele Jahre lang getan und wichtige Entwicklungen angestoßen und begleitet. 

Im Februar 1979 war er ins Rote Kreuz eingetreten – und beteiligte sich gleich am Umzug der Kreisgeschäftsstelle von der Eberhardstraße in den Eichert. Er wurde Gruppenführer und Bereitschaftsleiter. Anfang der achtziger Jahre hat sich Peter Witzani ehrenamtlich bei der Rettungsleitstelle engagiert. Später war er an Wochenenden bei der Rettungswache Gruibingen aktiv. 1992 übernahm er die Aufgaben des stellvertretenden Kreisbereitschaftsleiters – vorrübergehend, so der Plan. Weil es zunächst keinen Kreisbereitschaftsleiter gab, sollten dessen Aufgaben rollierend verteilt werden. „Das hat nicht funktioniert.“ Also übernahm Peter Witzani das Amt. „Ich habe nie nein gesagt, wenn Aufgaben übernommen werden mussten.“ Auch nicht, als in den neunziger Jahren Hilfstransporte nach Löbau, Rumänien und Russland gefahren wurden. 

Als Kreisbereitschaftsleiter war er maßgeblich an der Umstrukturierung der damaligen Sanitätszüge in die neuen Einsatzeinheiten beteiligt. „Vieles wurde systematisiert und es entstanden kleinere und effektivere Einheiten“, bekräftigt der 67-Jährige. 

Er erinnert sich an eine Kreisbereisung mit dem damals neuen DRK-Kreisgeschäftsführer Alexander Sparhuber. „Vieles lag im Argen und uns beiden war klar, dass es so nicht bleiben konnte.“ Teilweise hatten die Bereitschaften ihre Ausstattung und Ausrüstung in alten Baracken gelagert. Peter Witzani freut sich, dass zwischenzeitlich überall im Landkreis moderne und zeitgemäße Gemeinschaftshäuser entstanden sind. 

Eine wichtige Neuerung, die er anstieß und die heute nicht mehr wegzudenken ist, ist das „Helfer-vor-Ort-System“. Ähnliches gab es bei der Feuerwehr in Bayern und Peter Witzani war sich sicher: „Das können wir auch!“ Es war am 14. September 2001 vorgestellt worden. Bis zu einem gesundheitlichen Einschnitt im Jahr 2023 waren er und seine Frau Ingrid als Helfer-vor-Ort aktiv, retten Menschenleben. „Bis zur Einrichtung der DRK-Rettungswache Süßen war Herr Witzani einer der Helfer-vor-Ort mit den meisten Einsätzen. Zwischen 2005 und 2018 hat er fünf Menschen das Leben gerettet. Dafür wurde er 2006 und 2018 mit der Leistungsspange des Bundesverbands in Silber und Gold ausgezeichnet“, erinnerte DRK-Kreisverbandspräsident Peter Hofelich, als er im Herbst 2026 dem verdienten Rotkreuzler die Ehrenmitgliedschaft verlieh.

Bis zum Sommer 2024 engagierte sich Peter Witzani viele Jahre lang im Ehrungsausschuss und im Fachausschuss Öffentlichkeitsarbeit des Kreisverbands. „Darüber hinaus brachte er sich in den verschiedensten Bereichen der Rotkreuz-Arbeit ein: Als Seminarleiter für angehende Führungskräfte, als Organisator großer sanitätsdienstlicher Einsätze, aber auch als Gründungsmitglied des DRK-Fanfarenzugs im Jahr 1989.“ Das Instrument zu spielen hatte er bei der Donzdorfer Feuerwehr gelernt. Und erinnert sich an zahlreiche Konzerte, „die wir als DRK-Fanfarenzug in ganz Deutschland bei Veranstaltungen des Roten Kreuzes gegeben haben“. Aus organisatorischen Gründen musste dieses Engagement aber bald aufgegeben werden. 

„Herr Witzani hat sich bei den Bereitschaften eingebracht, engagierte sich als Helfer vor Ort, war in der Ausbildung aktiv und kümmerte sich um den Katastrophenschutz. Darüber hinaus hatte er fast 20 Jahre lang die Position des Kreisbereitschaftsleiters inne und war in dieser Zeit Mitglied des Kreisverbandspräsidiums“, betonte Peter Hofelich. „Für sein langjähriges Engagement wurde Herr Witzani mit vielen Auszeichnungen des Roten Kreuzes gewürdigt, 2009 mit der Ehrenmedaille in Gold des Kreisverbands und 2012 mit der Verdienstmedaille des Landesverbands

Peter Witzani und seine Frau Ingrid haben zwei Söhne, die sie mit dem „Rotkreuz-Virus“ infiziert haben. Stefan engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich, Jörg war der erste Auszubildende im Bereich der Pflege und leitet die Tagespflege des Ambulanten Pflegedienstes. „Wir sind stolz, dass auch sie im Roten Kreuz eine Heimat gefunden haben“, stellt er fest.

In seiner Freizeit fährt er gerne Quad, löst Kreuzworträtsel und sammelt alte Nähmaschinen. Mit der seiner Oma, die im gemütlichen Esszimmer in Reichenbach unterm Rechberg steht, fing es an. 

Peter Witzani und seine Frau Ingrid haben sich nicht nur viele Jahre im Roten Kreuz für andere engagiert. „Hier sind auch Freundschaften entstanden.“ Und die werden gepflegt – bei den Rotkreuz-Senioren oder bei den regelmäßigen Stammtischen in den Ortsvereinen. 

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