· NWZ 2026

Rettungseinsätze im Regen

Zwei schwere Verkehrsunfälle fordern die Einsatzkräfte: Eislinger Feuerwehr und DRK proben in der neuen Unterführung Mühlbachstraße den Ernstfall.

Die neue Unterführung an der Eislinger Mühlbachstraße ist noch nicht freigegeben, schon gibt’s einen schweren Verkehrsunfall. Genau genommen sogar zwei, die an diesen Sonntagnachmittag zum Glück jedoch nur die Freiwillige Feuerwehr für ihre Jahreshauptübung inszeniert hat. Heute ist Zuschauen ausnahmsweise erlaubt. Zahlreiche Schaulustige sind gekommen, um zu sehen, wie die Einsatzkräfte arbeiten. Bei einem ersten Unfall-Szenario, das dem Nachwuchs der Jugendfeuerwehr als Aufgabe gegeben wird, ist ein Fahrradfahrer unter einem Pkw eingeklemmt und muss gerettet werden. Ruhig und mit Bedacht wird die Herausforderung gemeistert.

„Die Jahreshauptübung gibt den Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit hautnah zu erleben, wenn großes ehrenamtliches Engagement mit großem Fachwissen und moderne Technik zum Schutz der Bevölkerung ineinandergreifen“, sagt Feuerwehrkommandant Mario Feller. Sein Stellvertreter Achim Heuschneider hat die Übung organisiert: „Das Szenario bildet typische Abläufe einer technischen Rettung unter möglichst realitätsnahen Bedingungen ab. Entscheidend sind ein ruhiges, abgestimmtes Vorgehen und die enge Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst“.

Die zweite Übung, nun für die aktiven Feuerwehrleute, ist etwas spektakulärer: Nach einem offensichtlichen Frontalzusammenstoß liegt ein Pkw mit einer verletzten Person hinter dem Steuer seitlich gekippt auf der Straße. Ein weiteres Fahrzeug steht verbeult unweit davon, die Fahrerin ruft laut um Hilfe. Diese naht wenige Minuten später von der nahegelegenen Feuerwache und mit Martinshorn. Die gut zwei Dutzend Feuerwehrleute machen sich am Einsatzort sofort an die Arbeit. Den Zuschauerinnen und Zuschauer wird dabei erklärt, wie die Helfer in so einer Situation vorgehen: Situation analysieren, Verletzte ansprechen, Kommunikation mit dem Notarzt und dem DRK, Rettungsmaßnahmen einleiten – alles Schritt für Schritt. Mit schwerem Gerät wird das umgekippte Fahrzeug am Heck aufgeschnitten, damit ein Sanitäter zur Patientin ins Innere klettern kann. Der Regen macht es nicht einfacher. Statt Hydraulik-Schneiderwerkzeug ist die Eislinger Feuerwehr mit akkubetriebenen Geräten ausgestattet – das erleichtere die Arbeit, weil man flexibler und schneller sei. So dauert es nur wenige Minuten, bis die Patientin auf einer Trage dem Rettungsdienst übergeben werden kann. Kurz darauf steht sie nach ihrem Schauspieleinsatz putzmunter im DRK-Fahrzeug und berichtet: „Es war schon interessant, die Situation aus Patientensicht zu erleben – das hilft sicher bei künftigen Einsätzen“, die sie als Ehrenamtliche Helferin beim DRK begleiten wird.