Siebzehn Teams gehören aktuell zur Rettungshundestaffel des DRK-Kreisverbands Göppingen, darunter drei Mantrailer, die für die Personensuche ausgebildet sind. Die restlichen Teams sind auf die Flächensuche spezialisiert. Rettungshunde sind unverzichtbare Spürnasen, wenn es um die Suche nach vermissten Personen geht. Während Mantrailer an der langen Suchleine den ganz spezifischen Geruch eines Menschen verfolgen, sind die Flächensuchhunde darauf trainiert, große Flächen schnell nach Menschen abzusuchen. Nachwuchs wird immer gesucht. „Wer sich für die Rettungshundearbeit interessiert, kann gerne zu uns kommen“, sagt Staffelleiterin Tanja Bertermann.
Schon im Welpenalter werden die Hundekinder spielerisch an ihre künftige Arbeit herangeführt. Je jünger, desto besser, so Bertermann, aber auch etwas ältere Hunde können noch einsteigen, sollten jedoch nicht älter als vier Jahre sein. Die Ausbildung dauert zwei bis drei Jahre. Nach abgelegter Rettungshundeprüfung steht dann einem Einsatz nichts mehr im Weg. Mittelgroße und mittelschwere Hunde sind bestens geeignet. „Ob Rassehund oder Mischling spielt keine Rolle“, sagt Bertermann, die schon seit 1985 aktiv bei den Rettungshunden dabei ist.
Der Trainingsaufwand ist immens, die Flächensuchhunde üben zweimal pro Woche, die Mantrailer bis zu vier Mal. Der sehr hohe Zeitaufwand schrecke viele ab. Trainiert wird hauptsächlich im Landkreis, aber auch darüber hinaus in den Bereichen Heidenheim und Tübingen. Im Alter von 16 Monaten wird ein Eignungstest durchgeführt. Die Flächensuchhunde müssen eine Gehorsamsprüfung ablegen, die Begleithundeprüfung wird auch anerkannt. Wer in die Rettungshundearbeit einsteigen möchte, muss viel Zeit und eine gewisse körperliche Fitness mitbringen, denn schon das Training und später auch die Einsätze fordern den Rettungshundeführern einiges ab: Die Rettungshundestaffel gehört zum DRK, deshalb gehört auch ein Sanitätskurs dazu, Funken muss gelernt werden und ein gutes Maß an Orientierung wird gebraucht.
Zwei Blutspendeaktionen werden jährlich betreut, bei Vorführungen wird die Rettungshundearbeit vorgestellt, insgesamt ein ganzes Bündel an Aktionen für die Rettungshundeführer. Für geprüfte Teams herrscht Einsatzpflicht, davon gibt es natürlich auch Ausnahmen. Wenn Einsatzalarm kommt, heißt es, zügig mitsamt Hund zur Sammelstelle zu kommen, und viele Einsätze sind auch mitten in der Nacht. Noch vor wenigen Jahren ist die DRK-Rettungshundestaffel bis zu 20 Mal pro Jahr angefordert worden. Seit die Polizei eigene Rettungshunde führt, ist die Einsatzzahl etwas gesunken. Wer neu dazustoßen möchte, kann schnuppern kommen. Ein halbes Jahr Probezeit soll zeigen, ob alles passt und man auch mit dem Team klarkommt.
„Der Zulauf ist sehr unterschiedlich“, sagt Bertermann. Gebraucht werden nicht nur Hundeführer, sondern auch viele Helfer ohne Hund, die sich um den Funk kümmern oder die Rettungsteams begleiten. Auch für diese ehrenamtliche Arbeit können sich Interessierte gerne melden. Neues zu lernen gehört zur Tagesordnung der Rettungshundeführer. Erst vor Kurzem hatten sie ein Seminar zur Rettungshundearbeit unter dem Einfluss von Leichengeruch, denn Tote zeigen die Rettungshunde nicht an, machen eigentlich einen Bogen um Verstorbene. „Man muss den Hund in so einem Fall richtig lesen können“, erklärt Bertermann.
Ein Sorgenkind ist eines der Einsatzfahrzeuge, das sehr in die Jahre gekommen ist. Viel Geld wurde schon in Reparaturen gesteckt. Fakt ist: Ein neues, größeres Fahrzeug muss
her. Rund 60.000 Euro müssen für ein neues Einsatzfahrzeug eingerechnet werden, nur über Vorführungen und Blutspendeaktionen kann die Summe nicht zusammengekratzt werden. Einen Spendenaufruf hat die Staffel auf der Plattform Betterplace eingerichtet. Sponsoren und Unterstützer werden dringend gebraucht. „Was wir auch immer brauchen, sind Übungsgebiete“, sagt Bertermann und denkt dabei beispielsweise an Privatwald oder auch Firmengelände. Beim Göppinger Stadtfest ist die DRKRettungshundestaffel wieder mit Vorführungen dabei.
