Geislingen/Böhmenkirch - Die äußeren Umstände hätten widriger nicht sein können: Kühle Temperaturen und Regen erschwerten den Jugendrotkreuzlern aus Böhmenkirch und Geislingen Ende Oktober ihre 24-Stunden-Übung – die durch die Zeitumstellung zur 25-Stunden-Übung wurde. Samstagnachmittags hatten sie sich laut einer Pressemitteilung im DRK-Zentrum in der Heidenheimer Straße in Geislingen getroffen und waren von dort aus zu weitgehend authentisch nachgestellten Einsätzen ausgerückt.
Cedric Blank und sein Team hatten verschiedene Szenarien nachgestellt, mit denen ehrenamtliche Rettungskräfte regelmäßig konfrontiert sind: Sie werden als Helfer vor Ort zu einem Notfall, einem vermuteten Herzinfarkt gerufen oder werden zu MANV alarmiert, also zu Unfällen mit einer Vielzahl von Verletzten. Zehn verschiedene Einsätze wurden durchgespielt. Die Herausforderungen für den Rotkreuznachwuchs waren laut Mitteilung groß. „Bei annähernd null Grad suchten wir vermisste Personen bei Stötten“, berichtet Cedric Blank. Übernachtet haben die zwölf Mädchen und Jungs auf Feldbetten oder Luftmatratzen im DRK-Zentrum.
Sonntagvormittags wurden sie zur Abschlussübung alarmiert. Das Szenario: In einer Werkhalle hatte es eine Verpuffung mit großer Rauchentwicklung gegeben. Mit Martinshorn und Blaulicht fahren die Einsatzfahrzeuge in den Hof der Firma Hagmeyer ein, die den Betriebshof als Übungsgelände zur Verfügung gestellt hat. Dominik Wörz, übergeordnete Führungskraft, verschafft sich einen ersten Überblick, Dr. Wolfgang Schröder, der Ortsvereinsarzt, ist ebenfalls vor Ort, entscheidet, wo und in welcher Reihenfolge geholfen werden muss. „Ihn legen wir in den RTW, da haben wir mehr Sauerstoff“, entscheidet er. Die „Opfer“ husten alle, stellen ihre Beschwerden überzeugend dar. Ein Mann, stark hustend, ruft nach seinen Kindern, die wiederum ihren Vater suchen. Gruppenführerin Rebekka fragt ab, welche Verletzten gehfähig sind und welche nicht. Wärmende Decken werden verteilt, erste Infusionen gelegt. Der Rettungsdienst trifft ein, erste „Verletzte“ werden in die nächstliegende Klinik gefahren.
Valentin Nowak, Cedric Blank und ihr Team hatten die Übung wochenlang vorbereitet. Sie unterstreichen die Bedeutung solcher Übungen: „Wir lernen uns über den eigenen Bereich hinaus kennen und können so in Einsätzen noch perfekter zusammenarbeiten. Und diese Übungen sind entscheidend für den Zusammenhalt der Gruppe.“ Am Ende waren sie sehr zufrieden mit den Leistungen der jungen Rotkreuzler. „Das Zusammenwirken hat gut geklappt.“ Und der kalte Regen? „Das gehört zum Einsatzgeschehen halt auch dazu!“
