„Es geht um Verständnis für Einschränkungen“, sagt Birgit Mangold. „Menschen helfen, wieder ein bisschen normalen Alltag leben zu können“, dazu möchte Claudia Widmayer beitragen. Die beiden Frauen haben mit sieben weiteren Ehrenamtlichen in den vergangenen Monaten eine fachlich hochwertige Ausbildung zur Schlaganfallhelferin absolviert und erhielten jetzt im Klinikum Christophsbad aus den Händen von Chefärztin PD Dr. Katharina Althaus und Svenja Wörz, beim DRK-Kreisverband Göppingen Leiterin der Abteilung Sozialarbeit, sowie Frederike Prisett von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ihre Zertifikate überreicht. Sie sind ab sofort Ansprechpartner*innen für Betroffene und ihre Angehörige, wenn nach der Diagnose Schlaganfall plötzlich Vieles oder gar Alles nicht mehr ist wie vorher, wenn ein Alltag mit gravierenden Veränderungen gelebt werden muss. Es sind etwa eintausend Schlaganfallpatient*innen, die jedes Jahr im Christophsbad behandelt werden. Wenn sie entsprechend stabilisiert aus der Klinik oder der Reha entlassen werden, sind gleichwohl unter Umständen viele Fragen zu klären. „Die Menschen brauchen mehr als nur eine medizinische Versorgung. Nicht alles aber kann das Versorgungssystem leisten“, stellte Rudolf Schnauhuber, der Geschäftsführer der Klinik anlässlich einer kleinen Feierstunde im Herrensaal fest. Er zeigte sich „begeistert, wie schnell wir Alles gemeinsam umsetzen konnten“. Ein Ausbildungskonzept der Stiftung sei von den Klinikmitarbeitenden und dem DRK-Kreisverband „für unsere Arbeit weiterentwickelt worden“. In der Qualifizierung der Ehrenamtlichen seien sehr viele Aspekte bis hin zu rechtlichen Fragen“ thematisiert worden. Rudolf Schnauhuber dankte den Ehrenamtlichen, „dass Sie bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“. Und: „Ihre Aufgabe wird anspruchsvoll sein.“
Er wie auch Alexander Sparhuber, Geschäftsführer des DRK-Kreisverband Göppingen betonten die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Partner*innen. Alexander Sparhuber dankte den Ehrenamtlichen, die sich „mit vielfältigen Themen auseinandergesetzt haben, um helfen zu können. Sie geben Stabilität, Orientierung und Sicherheit. Das ist keine Selbstverständlichkeit.“ Er fuhr fort: „Wir werden Ihnen jederzeit zur Seite stehen für fachlichen Input, aber auch wenn Sie belastende Situationen erlebt haben.“ Alexander Sparhuber zeigte sich überzeugt: „Unser gemeinsames Projekt wird ein Erfolg werden!“
Auch Frederike Prisett bekräftigte: „Wir werden selbstverständlich für Sie da sein.“ Sie war sich sicher: „Sie werden auch persönlich von Ihrer neuen Aufgabe profitieren.“
Wie oft, wie lange die Ehrenamtlichen Betroffene und ihre Angehörigen begleiten, das wird ihnen selbst überlassen bleiben. „Wir haben die Bedürfnisse der ehrenamtlichen Schlaganfallhelfer*innen sehr genau im Blick“; betonte Svenja Wörz. Und konstatierte: „Wir wissen zunächst nicht, wie groß das Interesse an der Begleitung ist.“ Sie betonte außerdem: „Die ehrenamtlichen Schlaganfallhelfer*innen ersetzen keinen Pflegedienst und sie sind auch keine Haushaltshilfen.“ Der Fokus der Schlaganfall-Helferinnen liegt darauf, Betroffene im Alltag zu stärken, Orientierung zu geben und gemeinsam Schritte zurück in mehr Selbstständigkeit zu entwickeln.
Die ersten zertifizierten Schlaganfallhelfer*innen des Landkreis Göppingen sind: Hilde Eberhard, Birgit Mangold, Claudia Widmayer, Regina Sauer, Madeleine Sonntag
Informationen rund um die Schlaganfallhelfer*innen gibt es bei: Svenja Wörz, Abteilungsleitung Sozialarbeit, Tel. (0 71 61) 67 39-43, s.woerz(at)drk-goeppingen.de
