· GZ 2026

Familientreff in Uhingen bleibt

Die Stadt springt in die Bresche, nachdem der Landkreis aussteigt. Aber von Jahr zu Jahr wird neu entschieden.

Der Familientreff in Uhingen geht weiter. Die Stadt übernimmt die Kosten des Landkreises, der wegen seiner Finanznöte im nächsten Jahr abspringt. Das sind 41.000
Euro im Jahr. Darin war sich der Gemeinderat bei einer Enthaltung einig.

Allerdings will sich das Gremium nur von Jahr zu Jahr darauf festlegen. Der Vertrag gilt erstmal für 2027 und kann bis Mitte nächsten Jahres auf Jahresende gekündigt werden. Auf die Befristung legten mehrere Fraktionen Wert. Frank Benkart (UBU) blickt auf die Uhinger Finanzen, die nicht rosig seien. „Wir werden das mit Sicherheit auf den Prüfstand stellen.“ Marc Stolzenberger (AfD) erwartet, dass Uhingen in die Haushaltskonsolidierung gehen und sparen müsse. Aber: Der AfD sei das Angebot sehr wichtig. „Die Familie ist das höchste Gut, das Fundament unseres Landes.“ Er habe als Kreisrat für die Fortführung der Landkreis-Zahlung geworben. Stolzenberger: „Wir waren die einzigen.“

Jens Störl (Freie Wähler) weiß nicht, wie man es sehen muss, falls Uhingen mehr Geld an den Kreis zahlen muss – eine Erhöhung der Kreisumlage ist im Gespräch – und dann noch freiwillig eine Aufgabe weiterführt, aus der sich der Kreis zurückgezogen hat. Rolf Höflinger (FDP/UB) fragt: Welchen Mehrwert hat Uhingen vom Familientreff? Man solle noch ein Jahr zuwarten, ihn dann eventuell auch schließen.

Der Familientreff im K1 sei beliebt, er werde sehr gut angenommen, berichtet die Stadtverwaltung. Die SPD hat sich für den Erhalt starkgemacht. Michael Lopin nennt es ein Einstiegsangebot für Familien. Es ist ein offener Treff unter pädagogischer Leitung. Einmal pro Woche gibt es das offene Café und den Babytreff. Der Treff macht Beratungsangebote, Willkommensbesuche für Neugeborene, aufsuchende Arbeit bei schwierigen Lebenslagen, holt Referentinnen zu Fachthemen rund ums Kind. Ehrenamtliche helfen. Das DRK führt den Familientreff. Stefan Probst (Grüne) findet die Arbeit sinnvoll. Auch die CDU stimmte zu.

Nicht nur in Uhingen sorgen die Sparmaßnahmen des Landkreises für Veränderungen. In Bad Boll wurde der Familientreff kurzerhand zu Jahresbeginn geschlossen. Aus finanziellen Gründen“, wie es Ende Mai hieß. Auch in Deggingen steht der dortige Treff vor dem Aus. 44.000 Euro müsste die Gemeinde fortan selbst aufbringen. Bürgermeister Markus Schweizer wurde deutlich: „Mir fehlt da die Fantasie.“