· Geislinger Zeitung 2016

Daheim in einer Männerdomäne

Hannah Roder leitet die Göppinger Rettungswache des DRK.

Erstmals leitet eine Frau die DRK-Rettungswache. Seit Anfang des Jahres leitet Hannah Roder die Rettungswache Göppingen des DRK-Kreisverbands. An deren Spitze steht damit erstmals eine Frau.

Kreis Göppingen - „Hallo!“ Vielstimmig wird Hannah Roder an diesem Vormittag von ihren Kollegen begrüßt, als sie in die Fahrzeughalle des DRK-Kreisverbands Göppingen kommt. Bis vor wenigen Wochen hat sie bei zahlreichen Einsätzen als Rettungsassistentin bei der Rettungswache Göppingen den Menschen im Landkreis in Notfällen Erste Hilfe geleistet und ein halbes Jahr lang in der Integrierten Leitstelle gearbeitet.

Seit gut fünf Jahren ist Hannah Roder beim DRK-Kreisverband angestellt. Ihre Ausbildung zur Rettungsassistentin hat sie in ihrer Heimat im Neckar-Odenwald-Kreis absolviert. Seit Anfang des Jahres leitet die 28-Jährige nun die Göppinger Rettungswache und trägt Verantwortung für mehr als 70 Mitarbeiter des Rettungsdienstes. Etwa ein Viertel davon sind Frauen.

„Das sind relativ viele, denn das Rettungswesen ist nach wie vor eine Männerdomäne“, sagt Hannah Roder. Denn: „Die Arbeit ist körperlich anstrengend.“ Probleme mit ihren männlichen Mitarbeitern habe sie nicht. „Ich bin anerkannt und akzeptiert“, betont Roder und fügt hinzu: „Wir arbeiten alle sehr gut zusammen.“ Und mit dem manchmal etwas rauen Umgangston habe sie eh keine Schwierigkeiten. „Ich bin mit drei Brüdern aufgewachsen und komme aus dem Kampfsport“, betont sie lachend.

Als Fechterin nahm Hannah Roder an Weltmeisterschaften teil, wurde in Österreich bei der Kadetten-WM gar Zweite. Ihr Sport hat sie in die ganze Welt geführt. Sie hat sich aber gegen eine Profikarriere entschieden und das Fechten aufgegeben. Heute spielt sie Handball.

In den ersten Wochen ist viel Neues auf Hannah Roder eingestürmt. Deshalb verbringt sie den größten Teil ihrer Arbeitszeit am Computer. Sie will aber auf jeden Fall auch immer wieder mit zu Einsätzen fahren.